Konvergenz und Konvergenzinsuffizienz

 

 

Vergenzen sind gegenseitige disjugierte Augenbewegungen zur Blickkontrolle, um sich zusammen mit Blickfolgebewegungen=Sakkaden in der Umwelt zu orientieren. Bei Konvergenz verändert sich der Winkel der Sehachsen zueinander, die nasenseitigen Augenbewegungsmuskeln=Musculi recti medialis beider Augen werden beansprucht, die Krümmung der Augensinse verstärkt sich durch die Kontraktion des Zilliarmuskels. Die Sehachsen beider Augen schneiden sich bei Vergenzschwäche NICHT auf dem angeblickten Objekt. Wie die Vergenzkontrolle genau gesteuert wird ist nicht geklärt, es wird angenommen, das Mittelhirn, der Thalamus und das Kleinhirn dabei eine Rolle spielen. Konvergenzschwäche nimmt normalerweise mit dem Alter zu.

 

Versionen sind gleichseitige=gleichsinnige Blickbewegungen, z. B. nach links Blicken.

 

Konvergenzschwäche gehört zu den häufigeren Störungen des Binokularsehens. Man beschreibt damit die Störung durch nicht übereinstimmen von Konvergenzfähigkeit und tatsächlichem Konvergenzbedarf.  Infolge kann es zu Problemen der sensorischen Fusion kommen, was zu intermittierender Diplopie=Doppelbilder, Asthenopie=Anstrenungsbeschwerden und Ermüdung führen kann. Typische Charakteristika sind Flüchtigkeitsfehler beim Schreiben und bei der Arbeit, Schierigkeit länger Aufmerksam zu bleiben und längeres Lesen, auch einfache Aufgaben werden nicht zu Ende ausgeführt, bzw. vermieden oder abgelehnt.

 

Konvergenzinsuffizienz oder Konvergenzschwäche betrifft ca. jeden zehnten Menschen. Die Verbesserung der Vergenzfähigkeit kann durch ein strukturiertes Trainingsprogramm erheblich verbessert werden. Gängige Behandlungen sind: Brock-Kette, Vektrographen, Aperture Rule, Lifesaver Cards, Computer- & VR basierte Programme, Prismen, +/- Glasflipper, Hard Charts. Bei einer rein optischen Rehabilitation werden konvergenzunterstützende Prisma mit Basis innen realisiert.

 

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